Ausbildungsexperten konnten helfen

Experten der regionalen Arbeitsmarktpartner gaben Tipps zum Thema Ausbildung. Beratungsbedarf kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres noch groß

“Meine Tochter hat letzte Woche die zweijährige Berufsfachschule abgebrochen und sucht jetzt noch kurzfristig eine Lehrstelle im Einzelhandel”, das war nur eine der drängenden Fragen, die Experten von Arbeitsagentur Wetzlar, IHK Lahn-Dill und Handwerkskammer Wiesbaden am Montagnachmittag telefonisch beantworten mussten. In der gemeinsamen Aktion der regionalen Ausbildungsmarktpartner standen die Telefone wenige Wochen vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres nicht still.Berufsberaterin Kristina Rühl hatte es vor allem mit Schülern zu tun, deren Zeugnisnoten nicht für den gewünschten weiterführenden Schulbesuch ausreichen. “Manche haben noch bis zur Zeugnisausgabe auf ein kleines Wunder gehofft. Jetzt heißt es realistische Ziele formulieren und schnell tragfähige Alternativen entwickeln.” Das lasse sich am Telefon allerdings nicht abschließend klären. So führten manche Telefonate zu kurzfristigen Terminen bei den Berufsberatern.

Auch Ausbildungsvermittler Karl-Heinz Dampf von der Arbeitsagentur Wetzlar war ein begehrter Ansprechpartner. Mit Telefon und Computer ausgestattet, galt es, die noch mehr als 700 offenen Lehrstellen zu besetzen. Gut sieht es dabei für eine junge Frau aus Hüttenberg aus, der Dampf telefonisch gleich zwei Lehrstellen als medizinische Fachangestellte vorschlagen konnte.

Axel Bäcker, Ausbildungsberater der IHK Lahn-Dill, informierte die Anrufer darüber, welche Anforderungen die Betriebe an den Berufsnachwuchs stellen. Dem Vater eines “schulmüden” jungen Mannes aus dem Hinterland, der mit einem schwachen Hauptschulabschluss eine Lehrstelle als Kraftfahrzeugmechatroniker sucht, empfahl er, gemeinsam mit einem Berufsberater auch nach beruflichen Alternativen zu suchen. Bäcker sieht für den Hauptschüler kaum Chancen, weil die Werkstätten wegen der anspruchsvollen Ausbildung vorwiegend Realschüler einstellen. Auf der Homepage www.azubi-lahndill.de gebe es noch 300 freie Lehrstellen der Kammerbetriebe, so Bäcker weiter. Einem noch unentschlossenen Jugendlichen, der erst 2012 die Schule verlassen wird, empfahl der Experte zum Abschluss des Telefonats, sich auch bei den Berufsbildungsmessen am 8. und 9. September in Sechshelden oder eine Woche später in Wetzlar direkt bei den ausstellenden Ausbildungsbetrieben zu informieren.

Um ihren 20jährigen beschäftigungslosen Enkel sorgt sich eine Großmutter aus einer Kreisgemeinde. Die Anruferin bat Lisa Hild von der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill um Hilfe bei der Ausbildungsplatzsuche in einen Metallberuf. Auch hier werden in den nächsten Tagen intensive Gespräche folgen.

Auffallend sei gewesen, dass sehr viele Eltern und Großeltern den Rat der Fachleute suchten, berichteten die Experten abschließend.

Die Telefonaktion war eine gemeinsame Veranstaltung der mittelhessischen Partner im Ausbildungspakt, denen neben IHK Lahn-Dill, Arbeitsagentur Wetzlar, und Kreishandwerkerschaften Lahn-Dill und Biedenkopf auch die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, das KreisJobCenter Biedenkopf sowie das Jobcenter Lahn-Dill angehören.

Bildquelle: Agentur für Arbeit Wetzlar
Bildtext: Sind keine Antwort schuldig geblieben (v.links) : Axel Bäcker, Lisa Hild, Kristina Rühl und Karl-Heinz Dampf

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