Grüne verwundert über CDU-Aussagen zur Schulstruktur

Auch im Frankfurter Römer wird heiß über die Bildung und Schulstrukturen debattiert (Foto: Joachim Reisig / pixelio.de)
Mit großer Verwunderung haben die Grünen im Römer auf die Aussagen des Arbeitskreises Bildung der CDU-Fraktion Frankfurt zu angeblichen rot-grünen Plänen auf Landesebene zur Abschaffung der Gymnasien reagiert.
“Die Äußerungen der CDU lassen darauf schließen, dass sich die Frankfurter CDU bisher nur zu ungenügendem Maße mit den bildungspolitischen Vorstellungen der hessischen Grünen beschäftigt hat. Die Grünen treten keineswegs für eine Abschaffung der Gymnasien ein. Vielmehr wollen wir langfristig zu einem Zwei-Säulen-Schulmodell kommen”, so der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Manuel Stock.
“Das Zwei-Säulen-Schulmodell besteht aus Gymnasien mit G8 und einer weiteren Schulform mit längerem gemeinsamen Lernen, die alle Abschlüsse anbietet, auch das Abitur nach 13 Schuljahren (G9). Immer mehr Bundesländer entwickeln ihr Schulsystem hin zu einem Zwei-Säulen-Modell. Die Hälfte der Bundesländer traf diese Entscheidungen unter CDU-Ministerpräsidenten.In Hessen halten CDU und FDP jedoch ideologisch am strikt gegliederten Schulsystem fest und die Hessen-CDU steht damit mittlerweile im Widerspruch zu den Vorstellungen ihrer Bundespartei. Mit dem Zwei-Säulen-Schulmodell hätten die Eltern endlich die freie Entscheidung, ob sie das pädagogische Konzept des gegliederten Schulwesens oder längeres gemeinsames Lernen für ihr Kind wollen. Der seit Jahrzehnten in Hessen insbesondere von CDU und SPD besonders intensiv geführte Schulkampf hätte endlich ein Ende. Das Schulsystem würde einfacher und überschaubarer.”
“Die schwarz-grüne Koalition in Frankfurt hat sich bei ihren bildungspolitischen Entscheidungen erfolgreich am Elternwillen und dem Ziel kein Kind zurück zu lassen orientiert. Die Gründung des von Bürgermeisterin Jutta Ebeling vorgeschlagenen Riedberg Gymnasiums, der IGS West sowie der Beschluss zur Einrichtung eines neuen Oberstufengymnasiums stehen exemplarisch dafür. Diese Politik sollten wir in aller Ruhe und Gelassenheit auch bei der Erarbeitung des neuen Schulentwicklungsplans fortsetzen - hierzu gehört selbstverständlich auch die Erhebung des Bedarfs an Gymnasialplätzen”, so Stock weiter.
“Das Lob an Kultusministerin Henzler hat mit der realen Situation wenig zu tun: Frau Henzler hatte eine Lehrerversorgung von 105 Prozent versprochen, in der Halbzeit ihrer Amtszeit liegt die Lehrerversorgung bei 100,25 Prozent. Wie die UN-Konvention zum Behindertenrecht umgesetzt werden soll, steht in den Sternen. Der Ausbau von Ganztagsschulen kommt weiterhin nur im Schneckentempo voran.
Die FDP-Ministerin hat auch die Zusage ihres Amtsvorgängers Banzer kassiert, zu einer Drittelfinanzierung der Schulsozialarbeit zwischen Kommunen, Schulträgern und dem Land zu kommen. Während die Stadt Frankfurt jährlich über 5 Millionen Euro für Schulsozialarbeit ausgibt und die schwarz-grüne Koalition die Angebote weiter konsequent ausbaut, zahlt das Land gerade einmal knapp über 85.000 Euro im Jahr für Schulsozialarbeit in Frankfurt. Darüber hinaus will das Land im nächsten Jahr 68 Millionen Euro im Kultusetat kürzen - all das sind für die Schulen keine guten Nachrichten aus Wiesbaden”, so Stock abschließend.
Pressemitteilung der Grünen im Römer vom 14. September 2011
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