Die Mädchen von heute sind die Frauen von morgen.

Schon gehört? Neues Internetangebot für Mädchen in Hessen. Foto: Robert Babiak / pixelio.de)
Land Hessen will Mädchenarbeit ausbauen.
Wiesbaden (23. Januar 2012) - Die Landesregierung will die Mädchenarbeit weiter ausbauen. 2012 wird es zum ersten Mal einen Internationalen Mädchentag geben. „Die Weichen für Gleichberechtigung in Familie, Beruf und Gesellschaft muss man so früh wie möglich stellen. Die Mädchen von heute sind die Frauen von morgen. Eine engagierte Mädchenarbeit kann die Chancengleichheit und Perspektiven verbessern und Benachteiligungen abbauen“, erklärte die Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, Petra Müller-Klepper.
Dies soll durch die Weitung des Blicks bei der Berufswahl, Stärkung des Selbstbewusstseins und Hilfestellung bei der Rollenfindung geschehen.
Die Bedeutung der Mädchenarbeit für gleichberechtigte Lebensverhältnisse von Männern und Frauen werde von den Vereinten Nationalen aktuell durch die Einführung eines Internationalen Mädchentags unterstrichen. „Hessen wird den 1. Internationalen Mädchentag, der am 11. Oktober stattfinden wird, aktiv begleiten.
Gerade aus frauenpolitischer Sicht ist der Tag ein neuer, wichtiger Baustein, um strukturelle Benachteiligung von Mädchen sichtbar zu machen. Problemfelder wie die sexualisierte Gewalt sind in den Fokus zu rücken.
Nicht nur Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Missbrauch, Sexismus und verbale Angriffe verletzt Mädchen in ihrer körperlichen und seelischen Integrität“, so Petra Müller-Klepper. Übergriffe mit dem Foto-Handy und im Internet-Chat gehören bereits zu den alltäglichen Belästigungen, hier bestehe weiterhin Handlungsbedarf.
Mädchen hätten oftmals die besseren Bildungsabschlüsse, seien aber auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt. Dies führe mit dazu, dass Frauen im späteren Berufsleben in vielen Fällen bei gleicher Qualifikation weniger verdienten als Männer, seltener Karriere machten und in den Führungsetagen unterrepräsentiert seien.
Nach wie vor entschieden sich nur wenige Mädchen für die zukunftsweisenden MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). „Die Initiativen wie der Girls Day, der in diesem Jahr am 26. April stattfinden wird, müssen ausgebaut werden, um das Spektrum bei der Berufswahl zu weiten und das Bewusstsein für berufliche Entwicklung zu stärken“, so die Staatssekretärin.
Im laufenden Schuljahr werden in Hessen 15.567 junge Männer zu Mechanikern ausgebildet, aber nur 431 junge Frauen. In den Elektroberufen lernen 7.882 Schüler und nur 249 Schülerinnen. Bei den Bauberufen sieht die Verteilung ähnlich aus. Im laufenden Schuljahr werden 3.095 junge Männer, jedoch nur 25 junge Frauen ausgebildet.
Bei den Studierenden hat sich in Hessen in den vergangenen zehn Jahren – zwischen dem Wintersemester 2001/2002 und dem Wintersemester 2011/2012 – nach den Worten der Staatssekretärin eine signalgebende, erfreuliche Entwicklung abgezeichnet.
So stieg die Zahl der Studentinnen im Studienfach Chemie von 779 auf nunmehr 1.613 weibliche Studierende. In die gleiche Richtung entwickelten sich die Studentinnenzahlen in der Mathematik von 1.910 auf 3.468, in der Biologie von 2.662 auf 3.239 und in der Informatik von 1.961 auf 2.575.
In der Physik verdoppelte sich die Anzahl der Studentinnen sogar von 351 auf 703. „Die Landschaft der Mädchenarbeit in Hessen ist durch eine gewachsene Vielfalt an Angeboten und Einrichtungen sowie eine gute fachliche Vernetzung gekennzeichnet“, betonte Petra Müller-Klepper.
Mit der Internetseite www.maedchen-in-hessen.de stehe ein eigenes Internetportal zur Verfügung. Beratungsstellen, Mädchenwohngruppen, Mädchentreffs, Angebote in Jugendzentren, Berufs-Qualifizierung und Berufsorientierung für Mädchen, Beratungsstellen bei sexualisierter Gewalt sowie Kulturangebote für Mädchen sind aufführt.
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